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Monday, Oct 09 2017 | 11:22 Buy this now at GoodToGo (B2B)

Miami YacineMit “Kokaina” hat Miami Yacine 2016 das Rap-Game auf den Kopf gestellt und zahllose Rekorde gebrochen. Kein Song wurde im letzten Jahr öfter gespielt als die Trap-Hymne über das weiße Pulver von dem Rap-Newcomer aus Dortmund. Ein gutes Jahr später zählt der Song knapp 90 Millionen Klicks auf YouTube, hat Gold für 200.000 verkaufte Singles erreicht und steht kurz davor Platinstatus zu erlangen. Das alles wohlgemerkt aus dem Nichts, ohne Disstrack oder einen bekannten Kollabo-Partner. Mit “Kokaina” ist Miami Yacine selbst an namenhaften Major-Acts mit großen Kampagnen vorbeigezogen und hat zahlreiche Nachahmer inspiriert, während nationale und internationale Rapper ihm Respekt zollen. Mit seinem Debütalbum “Casia” beweist Miami Yacine jetzt endgültig, dass er alles andere als ein One-Hit-Wonder ist.

Aber der Reihe nach: Geboren wird Miami Yacine 1991 in Dortmund im Ruhrgebiet. Rap spielt schon früh eine Rolle in seinem Leben. Sein Bruder zeigt ihm immer wieder Songs von 2Pac und Notorious B.I.G. – besonders Letzterer hat es Miami Yacine angetan: “Biggie hatte eine Art, Dinge simpel und doch effektiv zu beschreiben – das hat mir sofort gefallen.” Aber die Brüder wachsen in einem marokkanisch geprägten Haushalt auf. Zuhause läuft Raï, die weit verbreitete Popmusik des Maghreb in der die Sänger schon seit jeher den Auto-Tune-Effekt zur Tonhöhenkorrektur verwenden. “So habe ich schon damals ein Gefühl für Melodien entwickelt”, erinnert sich Miami Yacine.

Aber Melodien haben im Rap zu der Zeit noch nichts zu suchen. Wenn Miami Yacine mit seinen Jungs in der Stadt rumhängt und chillt, dann freestylen sie immer wieder. Schnell spricht sich auch außerhalb der Dortmunder Fußgängerzone herum, dass Miami Yacine und seine Jungs Talent haben. Erst nehmen sie ihre Songs im Jugendzentrum auf, dann kaufen sie sich eigenes Equipment. Ihr Studio? Eine Ein-Zimmer-Wohnung mit Schimmel an den Wänden. Die Crew? Schulabbrecher mit offenen Haftbefehlen und Mietschulden. Ihre Perspektive? Keine. Da ist nur Rap.

Miami Yacine und seine Jungs hängen wochenlang aufeinander, machen Songs und versuchen, sich gegenseitig zu toppen. Dabei schauen sie schon früh über den Tellerrand und machen Sachen, die andere sich nicht trauen – in der von Dogmen bestimmten HipHop-Szene, in der zählt, wer wie viele Silben in einer Zeile unterbringen kann oder die besten Wortspiele hat, ein absolutes No-Go. Miami Yacine scheißt auf diese Konventionen. Schon 2011 nimmt er lange vor der Konkurrenz einen kompletten Song mit Auto-Tune-Effekt auf – aber Deutschrap ist noch nicht bereit dafür.

Ein paar Jahre später wird auch in anderen Teilen von Deutschland mit Sound und Gesang experimentiert. Zuna, Azet und Nash von der KMN Gang aus Dresden etwa fahren einen ganz ähnlichen Film wie der Dortmunder. Zuna sucht den Kontakt zu Miami Yacine, aber als Mitglieder der KMN Gang ins Gefängnis müssen, verliert man sich aus den Augen. Unbeirrt macht Miami Yacine weiter. Sein Video zum Song “Camouflage” und die Afrotrap-Hymne “Club My” sorgen für einen ersten Social-Media-Buzz. Wenig später klingelt wieder das Telefon. Dieses Mal ist Azet von der KMN Gang dran. Ein Besuch in Dresden später ist klar, dass Miami Yacine perfekt zu dem Trio passt und das vierte Mitglied wird.

Seinen Einstand feiert Miami Yacine im September 2016 mit der Single “Kokaina”. Auf einen melodischen Beat mit Trap- und Reaggeaton-Elementen erzählt er vom Handel mit Rauschgift. Nach nur zehn Tagen hat der Clip rekordverdächtige 3 Millionen Aufrufe. Deutsche Rapper und sogar der Franzose Kaaris teilen den Song. Am Ende des Jahres ist “Kokaina” mit 33 Millionen Klicks das erfolgreichste deutsche YouTube-Video des Jahres. Der Song verändert alles. Wenn Miami Yacine jetzt in die S-Bahn steigt, dann hört er, wie Kids seinen Song mitrappen. Wenn er im Auto an der Ampel steht, dann dröhnt der Song aus dem Wagen neben ihm.

Bald kann er sich vor Bookinganfragen in Deutschland, Österreich und der Schweiz kaum noch retten, alle großen deutschen Rapper fragen nach Features, während Labels schwindelerregenden Summen für die Unterschrift des heißesten Newcomers bieten. Aber “Kokaina” ruft auch viele Trittbrettfahrer auf den Plan. Halb Deutschrap trägt jetzt Jogginganzüge und trällert auf Auto Tune über Afrotrap-Beats vom Rauschgifthandel. Den richtig großen Hit hat trotzdem niemand. “So einen Song kann man nicht planen”, sagt Miami Yacine. “Bei mir entsteht alles aus einem Gefühl heraus. Ich setzte mich nicht drei Monate an einen Song. Ich feile danach auch nicht mehr daran herum. Das ist mir zu viel Mathematik. Einfach machen.” Eine Maxime, die er auch bei seinem Debütalbum verfolgt hat.

“Ich habe immer gedacht, ich müsste mir für mein Debüt lange Zeit nehmen, aber dann schnell gemerkt, dass das der falsche Ansatz ist. Meine Songs, sind immer auf spontan entstanden und trotzdem Hits geworden.” Während andere Rapper sich ein Jahr im Studio einschließen und den Kopf zerbrechen, arbeitet Miami Yacine nur zwei Monate an seinem Debüt. Er verlässt sich dabei auf seine Intention, sein Gehör für die richtige Melodie und das Feeling. “Es geht immer um das Gefühl. Aber ich rappe ja auch nicht erst seit gestern. Die Leute hören schon, dass ich sehr viel wert auf gute Nomenreime lege. Auf meinem Level beherrschen das in Deutschland nur ganz wenige Leute.”

In Kombination mit den Beats von den Jugglerz, Minhtendo, Oster oder Zino ist so ein Album entstanden, dessen Hit-Dichte seinesgleichen sucht. Die Songs sind eingängig und melodisch, aber doch mit Ecken, Kanten und Straßenattitüde versehen – eine kontrastreiche Kombination, die den besonderen Vibe von “Casia” (VÖ: 13.10.2017) ausmacht. In “Bon Voyage” geht es zum Konsumieren illegaler Rauchwaren nach Casablanca, während Miami Yacine auf “Daytona” an der Seite von Para Mocro Party von Dortmund bis Amsterdam macht. “Großstadtdschungel” ist ein brachialer Trap-Banger mit KMN-Kumpel Zuna und “Ghetto Part 2” mit Nash eine würdige Fortsetzung des gleichnamigen KMN-Klassikers.

Jeder der 13 Songs aus “Casia” macht klar: Miami Yacine hat die Hits – für den Sozialbau genau so wie für die für die V.I.P.-Lounge in den Clubs zwischen Dresden und Dortmund. “Ich wollte mir und den Fans, den Hörern und Hatern und vor allem der HipHop-Szene zeigen, dass ich die Hits am Start habe.” Ein Vorhaben, das Miami Yacine mit “Casia” definitiv gelungen ist.

facebook.com/miamiyacine

Das Album Miami YacineCasia” (KMN Gang) erscheint am 13.10.2017.

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