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Friday, Feb 05 2016 | 04:45
Image: 1602101 The Inspector Cluzo veröffentlichen 5. Album: „Rockfarmers“ – mixed by Vance Powell

The Inspector Cluzo ist eine der erfolgreichsten französischen Rockbands, das Duo besteht aus Mathieu ,Phil‘ Jourdain (Schlagzeug und Background Vocals) sowie Laurent ,Malcolm‘ Lacrouts (Leadsänger und Gitarrist). Seit 2008 versetzen die beiden die Welt in Erstau¬nen, dass sie ohne Bassgitarre so viel Alarm machen können. Im Frühjahr 2016 erscheint ihr 5. Album „Rockfarmers“ – aufgenommen und produziert von The Inspector Cluzo in ihrem eigenen Studio im Südwesten Frankreichs, gemixt von Vance Powell (Jack White, The Raconteurs, The Dead Weather, Seasick Steve) in Nashville/Tennessee. Mit den 15 neuen Songs haben die Musiker ihr Spektrum erheblich erweitert und zeigen deutlicher als bisher, was ihnen als Musiker und Bauern am Herzen liegt. Ab Mitte Februar geht es auf große Tour durch Frankreich, im April kommen sie für vier Termine nach Deutschland.

Das neue Album

Von Lionel Decottignies – L’Humanité Dimanche

Für das Herz und für die Sinne: „Rockfarmers“ von The Inspector Cluzo ist wie ein Spiegel, der sich auf unser Dasein richtet. Tempo und Songs operieren weit ab vom heutigen flüchtigen Wahnsinn. Die Band aus der Gascogne hätte mit ihrem soliden Ruf als weltweit tourende Band einfach zufrieden sein können, schließlich hat sie seit ihrer Gründung 2008 mehr als 44 Länder bereist und über 800 Konzerte gegeben. Aber das ist eben nicht alles. Das vorliegende Doppelalbum lädt den Hörer zum Nachdenken ein.

Sind wir verdammt und leben wir wirklich reduziert? Auf immer entwurzelt und von unserer Umgebung entfremdet? Diese Rockfarmer destillieren eine Stimme für uns und für die Erde, die uns ernährt. Wo Rock und seine Wurzeln wachsen. Der Song „Estiu Theme“ bietet Gospel. „Lost In Traditions“ klingt nach Baumwollfeldern. „Quit The Rat Race“ zieht seine Wut aus Detroit. „Alright Georges“ vermählt Rock mit Folk. Erotischer Funk bestimmt „Stars are leavin“, während sich „Romana“ im Lager eines Curtis Mayfield eingerichtet hat. Schnell aufhören zu heulen, denn von jetzt an sind wir Menschen. „Kiss Me“ kann nicht anders als die unterdrückten Tränen zu umarmen.

Hierbei könnten wir es belassen, zufrieden mit dem Gehörten. Aber die Platte geht noch weiter, von Freiheit strotzend. Die Gitarrensoli brechen in Improvisationen auf. Das passt gut. Der Klangkrieg bereitet sich vor, jeder ist bereit. Die Konfrontation steht bevor. Doch dann verwickelt sich die Gitarre in einen Blues wie in „Abu“, also in die Geschichte der Ursprünge und der Vermischung. Vereint und untrennbar wie Efeu. Und kaum dass man zur Ruhe zu kommen glaubt, kündigt das Schlagzeug das Erwachen der Truppen an. Man tanzt, man lacht, man heult, man steht sich selbst gegenüber, bereit für das Andere. Das Duo belebt die Rockballade mit „The Run“ und „Lonely Man“ wieder, ohne Süßkram oder Popcorn.

Denn dieses Album ist bodenständig. „La Tierra Madre“ sagt man in Südamerika. Genauso ist dieses Meisterstück innerhalb eines Gesamtwerks, deren Tragweite die strikten Regeln der Musik überschreitet. Im Jahr 2013 kauften der Gitarrist und Sänger Laurent Lacrouts und der Drummer Mathieu Jourdain einen Bauernhof in Eyres-Moncube (Department Landes) mit den Namen „Lou Casse“ (das bedeutet „Eiche“ in der Sprache der Gascogne). Es geht den beiden aber nicht darum, den alten Hippietraum einzulösen. Auch nicht um Folklore. Voller Respekt für die Tradition und für das Land widmen sich die beiden Cluzos der Aufzucht von Enten und Gänsen, stellen Gänsestopfleber (foie gras) und Entenconfit her und verkaufen ihre Produkte auf dem Markt von Mont-de-Marsan.

So gesehen gehen hier Musik, Erde und Felder eine Einheit ein, fast eine Verschmelzung. Das klingt fast wie die Quadratur des Kreises. Bei ihnen ist die Welt ein Dorf mit tausend Kreuzungen. Das Herz besteht aus Arbeit, Begegnungen und dem Anderswo, denn die beiden sind entweder in allen vier Ecken der Welt unterwegs oder auf ihrem Bauernhof in der Gascogne. Die großartige Dokumentation von Yan Sourigues zeigt diesen ungewöhnlichen und mutigen Weg.

Wer traut sich schon in der heutigen standardisierten Musikindustrie, ein Doppelalbum in totaler Unabhängigkeit herauszubringen? Wer kann sich den Luxus leisten ein Werk zu veröffentlichen, auf dem ein Instrumentalstück einfach mal sechs Minuten dauert? Man braucht schon eine gehörige Dosis Bockigkeit und Widerspenstigkeit. Kein Zweifel: Led Zeppelin haben Pate gestanden, deren Album „III“ ist wie ein weit entfernter Cousin.

Gestaltet im „alten Stil“ gibt es „Rockfarmers“ natürlich als Vinyl mit dem Konzept einer A- und B-Seite. Gespielt wurde live und direkt, Aufnahmen und Mix erfolgten ausschließlich analog. Das ist für die beiden Musiker selbstverständlich und hat nichts mit Koketterie zu tun. „Vintage“ heißt sowas heutzutage. Die Cluzos schert das nicht. Ihnen geht es um Authentizität und Tradition. Wo also sollte dieses Werk vollendet werden wenn nicht in den USA, genauer gesagt in Nashville/Tennessee? Ist doch logisch. Die beiden Musketiere begaben sich also zu den Cowboys, durchschritten die großen Weiten. Das Tamburin von Mathieu Jourdain hatte am Ende nichts Kampflustiges mehr und Laurent Lacrouts spielte nur noch Riffs. Am Mischpult: Vance Powell. Muss man ihn noch vorstellen? Der Mann hat mit die besten Rock‘n’Roll Größen produziert (The Raconteurs, Jack White, Seasick Steve, Beck).

Es gäbe noch so viel zu schreiben über: das Subtile, die reichen Harmonien, die Klangeinfälle. Aber einfach besser anhören oder? Denn Gascogner zu sein bedeutet: machen, nicht reden. Mit diesem Doppelalbum werden wir alle ein bisschen zu Gascognern. Available from 25.03.2016
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