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Groove Attack magazine (RSS)
Friday, May 15 2015 | 03:29
Image: 1596803 "Ist Lateinamerikanische Musik wirklich fremd für uns Afrikaner? Ich glaube nicht. Hören Sie sich die Trommeln und den Rhythmus an. Es klingt sehr vertraut – Es fühlt sich an, als wäre es unsere eigene Kultur" - Amara Touré

Es ist Ende der 1950er Jahre und die Senegalesen sind verrückt nach Son Montuno und Pachanga. Kubanische Matrosen brachten diese Klänge bereits in den frühen 1940er Jahren nach Westafrika. Innerhalb weniger Jahre verinnerlichten die einheimischen Musiker die karibischen Sounds und Grooves und fusionierten sie mit ihrer eigenen Folklore. So entstand durch die Verschmelzung von westafrikanischen und Afrokaribischen Einflüssen eine neue Latin-Spielart.

Produzent Ibra Kassé wurde mit seinem Nachtclub Miami zum Vorreiter dieser Entwicklung. Er brachte frischen Wind in das Nachtleben einer der aufregendsten Städte Westafrikas: Dakar. Die Nachfrage nach Tanzsaal-Partys und passenden Live-Acts wuchs und zog so Musiker aus den Nachbarländern an. Der Perkussionist und Sänger Amara Touré aus Guinea-Conakry folgte dem Ruf. So wurde er von Kassé entdeckt als er gemeinsam mit Dexter Johnson auftrat. Im Anschluss an das Konzert fragte Kassé, ob Touré Teil seines neuen Projekts werden wollte. Touré sagte zu, ohne zu ahnen, dass er Teil einer wegweisenden Band werden würde.

Le Star Band de Dakar wurde unter der Leitung von Mandy Konaté eine treibende Kraft der Weiterentwicklung senegalesischer Musik. Hier erlernten und verfeinerten bedeutende Musiker ihr Handwerk ehe sie weiterzogen, um selbst zu gefeierten Stars zu werden. Kassé erkannte Tourés Talent am Schlagzeug, aber was ihn packte war Tourés kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme. Die sehr eigene und fesselnde Art des Sängers kubanische Musik zu interpretieren ermutigte Kassé den unbekannten Künstler zu verpflichten.

Mit Amara Touré begann der kometenhafte Aufstieg der „Star Band de Dakar“: sie wurde zu Dakars führendem Orchester und zementierte den Ruf des „Miami“ als heißestem Club im Lande.

Amara Tourés Gastspiel im Senegal dauerte zehn Jahre. 1968 nahm er ein attraktives Angebot aus Kamerun an und ging gemeinsam mit einigen Musikern nach Kamerun, um dort das Black and White Ensemble zu gründen. Nach unzähligen Auftritten der Gruppe folgten erste Aufnahmen, die zwischen 1973 und 1976 auf drei Singles veröffentlicht wurden. Die ersten sechs Songs unserer Anthologie stammen von diesen Platten, sie verkörpern die Essenz all dessen, wofür Touré geschätzt wird: seine Mandingue-Wurzeln verschmolzen mit dem senegalesischen Sound den er erlernt hatte: zusammen die perfekte Grundlage für seine kubanischen Interpretationen.

Die vorliegenden Titel, gehören zu den sinnlichsten, tiefgründigsten Aufnahmen, die jemals in Afrika gemacht wurden. Als Hörer ahnt man, dass sie in einem anrüchigen, verrauchten, spärlich beleuchteten Nachtlokal aufgezeichnet wurden, in dem die Gäste bedachtsam ihren braunen Rum genossen und der Puls der Musik das Raum-Zeit-Gefühl veränderte... Wie viele Paare sind sich im Tanz zu Tourés Musik Nahe gekommen und miteinander verschmolzen? Niemand kann das mit Sicherheit sagen...

Der Erfolg Amara Tourés schwappte mit den Jahren über die Grenzen Kameruns. 1980 ging er nach Libreville, die Hauptstadt Gabuns um dort mit dem Orchestre Massako zusammenzuarbeiten. In der Folge nahm Touré eine LP auf, die Musik-Aficionados zu den besten afrikanischen Alben überhaupt zählen. Die Tracks dieses legendären Albums finden sie vollständig auf der vorliegenden Compilation.

Zwar besteht Amara Tourés Diskographie nur aus zehn Songs, allerdings benötigte er nur diese Anzahl, um zu einer Legende zu werden. Analog Africa hat diese musikalischen Einode allesamt von Original-Tonbändern und Schallplatten re-mastered und auf der vorliegenden Compilation gebündelt, sie erscheint am 22. Juni 2015.

Touré selbst ist nach der Veröffentlichung seiner LP 1980 offenbar verschwunden. Er wurde zuletzt in Kamerun gesehen, allerdings ist nicht bekannt, ob er heute noch lebt. Dafür ist seine Musik so lebendig wie am Tag der Aufnahme. Available from 26.06.2015
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