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Groove Attack magazine (RSS)
Monday, Apr 05 2004 | 12:57

Das beste Album des Jahres. Sagt nicht nur die Propaganda. Die Labelschau des Berliner Hip Hop Undergroundlabels Royal Bunker ist out there und street, strukturreaktionär und next level, schwerverdaulich und dahingerotzt, hirnstumpf und super; so retro (im besten Sinne), so true, mit soviel “scheißegal” im Punkmusikerblut, einfach unverbesserlich (also ideal und optimierungsresistent gleichzeitig). Dummgeile Totalscheiße für die einen, essentieller Qualitäts-Rap für die Credit(s)geber, die es wissen. Exklusive Spucke von Eko Fresh, MOR, Rufmord, Azra, Beatfabrik, Rhymin Simon, Bobafettt, Ronald Mack Donald, Big Bennay, Fuat, Fumanschu, Jack Orsen, Justus, Biztram, Battlemiliz, Gris, Meyah Don, Beatfabrik, Zett, B A Di, Smexer Kid Kobra, Prinz Porno und Labeltyrann Staiger (part Jugendheimleiter, part P.Diddy, Genie und Wahnsinn, zuviel Charisma für die 20 qm Label-HQ in der F-Stein-Straße) höchst selbst, die sicher kein Leben verändern werden, aber gute 75 Minuten davon.

Royal Bunker setzt mit dieser Platte das fort, was das Label vor drei Jahren schon als reines Tapelabel gemacht hat, nämlich fetttriefende Aufschnittplatten mit überbordenden Talenten mit noch überbordenderen (heißt das so?) Egos zu servieren. Ein paar von diesen Acts werden sich dann über kurz oder lang in den Top Twenty festsetzen, wie bei den (ehemaligen) RB- Künstler Kool Savas oder Eko Fresh geschehen. Die Armee der hier versammelten Angry Young Men, die gar nicht auf unvermeidliche Karrieren zu schielen scheinen, burnt hier so stark, präsent, wach und feiert seine fünf in den Files “Andere/alles fertigmachen”, “sich geil finden”, “Alkoholprobleme”, “Frauen/Girls”, “Vermischtes/wirres Zeug” abzulegenden Themen in den Geschmacksrichtungen “absurd kryptisch”, “clever” und (hoho, something for the Goldwaagen-Posse des Feuilleton) “platt provokativ”, je nachdem was der garantiert ungefilterte (un)beschränkte Wortschatz der schizoid angelegten Kunstfiguren hergibt, alles serviert auf fast durchgängig exzellenten Beats (die minimal-digitalen Chad Hugo-Dinger sind leider echt mal heiß). Wie man diesen Worten unschwer entnimmt, ist das ein großes Werk – un-jiggy, un-proclaim, (no no) nix fake und dafür kerzengrade aufrecht. Musik, die Schulhofloser im Jahr 2004 auf ihren iPods rocken, die aber den meisten anderen Rotz, der sich Rap nennt, auf der kreativen Autobahn im Auspuffdunst stehen lässt, zeigt die Compilation doch, dass deutschsprachiger Rap seine Nische gefunden hat, jenseits vom Glitz und Glam und jenseits vom Pop. Gerade die Echtheit der RB-Produkte macht diese Musik aber, das ist schwer zu übersehen, so anziehend für das Publikum, das sich im letzten Jahr Eko und Savas gekauft hat (und zurecht Spaß daran hatte). Mit Royal Bunker dürfte es daher weiter nach oben gehen, ist es eins der wenigen Labels in Deutschland, das Rap in fast allen relavanten Facetten verstanden hat. Der Erfolg bei den richtigen Leuten und diese Compilation geben dieser These jedenfalls recht.

Kain Kummermehr junior (a.k.a. MC Junior Caine)

The label compilation Various – Royal Bunker Nr.1 Vol.1 (Royal Bunker) is out now !

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