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Groove Attack magazine (RSS)
Wednesday, Aug 01 2001 | 14:11

Germanies leading club magazine Groove has put Philly’s most wanted duo James Poyser and Vikter Duplaix on the cover of their August/September issue. Here’s the lingo (German version only)

Vikter Duplaix: Zu sexy für den Underground

Text: Cornelius Tittel (mit freundlicher Erlaubnis des Groove Magazins)

“Ich möchte Songs schreiben, die so gut sind, dass es die Menschen nicht abwarten können, mich auf der Bühne zu sehen. Songs, die so gut sind, dass jeder mitsingen muss.” Vikter Duplaix sitzt mit verspiegelter Sonnenbrille und einem Stretch-Shirt, das enger nicht sein könnte, in der Lobby des Komplexes. Soeben von einer Handvoll DJ-Gigs aus Europa zurückgekehrt, strotzt er vor Selbstbewusstsein. “Egal wie alt du bist, egal welche Hautfarbe du hast oder aus welchem Land du kommst: Ich will, dass du tanzt wenn du meine Songs hörst. Number-One-Hits in 15 Ländern zur gleichen Zeit, wie Missy, das ist es, was ich will.”

Ein Meter Achtundsiebzig gut trainierter Größenwahn, könnte man einwenden, nachdem “Messages” und “Manhood” – die bislang einzigen Solo-Veröffentlichungen Vikters – ähnlich wie seine Scuba-Kollaborationen mit King Britt, über einen kleinen elitären Zirkel von internationalen Deep-House und Off-Beat-Connaisseuren hinaus, so gut wie keine Wirkung hinterließen. Meisterwerke, unbestritten. Doch die Verkaufszahlen sind nicht gerade das, was Hoffnung auf Superstardom und Chartsdiktatur nähren könnte, etwas auf das King Britt, Phillys Pionier in Sachen Deep House, trotz einer anstehenden Zusammenarbeit mit Erykah Badu und Jill Scott, gar nicht erst schielt.

Es ist Vikters persönlicher Werdegang, der ihn seiner Sache so sicher sein lässt. Sein täglicher Umgang mit Stars, die nach Philadelphia pilgern, um sich von James Poyser und ihm den “Axis”-Touch verpassen zu lassen. Während sein Partner mit Femi Kuti im Studio sitzt, fläzt sich der 29-jährige dekorativ aufs Sofa und sagt Sachen wie: “Ich bin in der glücklichen Lage, ein Veteran in diesem Geschäft zu sein. Es macht einen gelassen, zu wissen, dass man an einem Tag einen Song für Erykah Badus Album schreiben kann, am nächsten Musiq Soulchild produziert und trotzdem in der Woche drauf in London sitzt und I.G. Culture zuschaut, wie er seinen Scheiß macht. Oder in Berlin abhängt, um mit Jazzanova deren nächste 12″ aufzunehmen. Es sind zwei Seiten. Die Glitz and Glamour-Seite und die Underground-Seite.”
Beide zu kennen sei gut, sagt er und rückt seine Brille zurecht, noch besser sei es, sie zu vereinen. Seinen europäischen Kollegen von der Fusion-Baustelle, die nicht das Glück haben, regelmäßig mit D’Angelo Billiard spielen zu können, gehe der unbedingte Wille ab, es ganz nach oben schaffen zu wollen. “Ich glaube wirklich nicht, dass die Degos und Phil Ashers hundertprozentig zufrieden damit sind, Underground zu sein. Vielleicht finden sie es bequem, Underground genannt zu werden, weil es sie davor schützt, depressiv zu werden über die Tatsache, dass ihre Musik kaum wahrgenommen wird. Vielleicht haben sie auch nur Angst davor, berühmt zu werden. Angst vor dem Druck. Was immer es ist: Ich habe schon zuviel erlebt, um Angst zu haben.”

Tatsächlich ist Vikter eine Art Veteran. Einer, der mit jedem gearbeitet hat, der Geschichten erzählt, die so klingen, als müsste er mindestens 40 sein. Mitte der 80er, als DJ Cash Money und Jazzy Jeff and the Fresh Prince an jeder Straßenecke Parties schmeißen, heißt Vikter noch Master Vik und ist mit 13 der jüngste DJ auf dem Block. Zwei Jahre später, Jeff und Will sind inzwischen Grammys abräumende Superstars, hat Vik bereits einen Manager und seinen ersten Plattendeal, eine im Rückblick eher frustrierende Episode: “Damals mit 15 habe ich Platten gemacht, um reich und berühmt zu werden, nicht weil ich es geliebt habe. Ich wollte das, was Jeff und Will hatten. Und habe es nicht bekommen. Das macht dich richtig fertig als Kind, wenn alle fragen, was denn jetzt mit deiner Platte ist und du dir eingestehen musst, dass sie ein Flop ist. Ich wollte nicht, dass das nochmal passiert.”

Die nächsten drei Jahre verbringt Vikter damit, eventuell folgenden Enttäuschungen vorzubeugen. “Ich habe wirklich angefangen, die Kunst des Engeneerings zu lernen, bei Sessions in jedem Studio Philadelphias zuzugucken. Alles, um nie wieder so runtergezogen zu werden. Bis Jazzy Jeff seine eigene Produktionscompany starten wollte. Er war auf dem absoluten Höhepunkt seiner Karriere und hatte einen Batzen Geld über. Also fragte er mich, ob ich Lust hätte, mit ihm A Touch Of Jazz zu gründen. Wenig später saßen wir in einem Studio, das mehr Equipment hatte als die größten Studios in New York. Es war der Wahnsinn: Ich war 18 und fürs Engeneering und die Verwaltung zuständig, Jeff war 25 und einer der größten lebenden Popstars in den Staaten. Es war einfach zu viel, die komplette Ãberforderung für alle Beteiligten.”

Vikter steigt aus und überredet James Poyser, einen anderen ATOJ-Angestellten, gemeinsame Sache zu machen und fortan als “AXIS Music Group” Musikgeschichte zu schreiben. Es kommt, wie es kommen muss: nach 80ies-Ikone Jazzy Jeff ist es ausgerechnet Philly International Mastermind Kenny Gamble, der das Potential der beiden erkennt. “Wir arbeiteten in Vikters Apparment”, wird mir später James Poyser erzählen, “bis Kenny Gamble reinkam. Er war ein Freund von Vikter und wollte eigentlich nur sehen, was wir so treiben. Er schaute uns also eine Weile zu und sagte dann aus heiterem Himmel: Stop. Ihr wisst nicht, was ihr tut. Ihr müsst raus hier, kommt zu mir, kommt zu Philly International.” Das Angebot, in eine der heiligsten Hallen der schwarzen Musikgeschichte zu ziehen, um Seite an Seite mit dem erfolgreichsten Songwriter und Produzenten der Siebziger zu arbeiten, wird angenommen. Es könnte ja etwas hängenbleiben.

Während James betont, dass er von Kenny Gamble und seinem Partner Leon Huff nicht weniger als die Kunst des Songwritings gelernt habe – “They’re Masters of the game” – erzählt Vikter, dass ihm die Zeit bei Philly International vor allem gezeigt habe, was es heißt, ein erfolgreicher Mensch zu sein. “Zu sehen, wie Gamble und Huff mit all den Problemen umgehen, die extremer Erfolg mit sich bringt, wie sie mit Neid, gierigen Menschen und einer Menge Geld klar kommen, das war sehr wichtig für mich. Die andere, düstere Seite des Business zu sehen: Gestandene Männer, die nach zwei oder drei Hits mit hundertausenden Dollar Steuerschulden und 12 Kindern von vier Frauen dasaßen und auch 15 Jahre nach ihrem Karriere-Ende noch daran glaubten, das Gamble und Huff es schon richten würden. Denn das war das Unglaubliche. Du wirst niemals Menschen treffen, die mehr Stärke und Selbstbewusstsein austrahlen als Gamble und Huff. All diese Künstler, die durch Philly International berühmt wurden, waren regelrecht abhängig von ihnen. Als James und ich merkten, dass uns dasselbe passieren könnte, wussten wir, dass es an der Zeit ist weiterzuziehen.”

Dass sie heute, in Larry Golds “The Studio”, erneut unter einem Dach mit einer der großen Philly-International-Legenden arbeiten, zeige nur, wie wichtig das musikalische Erbe der “golden days” für die Zukunft Philadelphias ist. “Wir alle spüren es. Jeder hier fühlt sich auf irgendeine Weise diesen Genies verbunden. Schließlich haben sie es vorgemacht, wie man zeitlose Songs schreibt, die alles überdauern werden.”

Womit Vikter wieder bei seinem Lieblingsthema wäre. Songs aus der Abteilung unantastbare Meisterwerke. Und auch wenn er über sein anstehendes Album nicht allzuviel verraten will, jeder Blick und jeder Atemzug signalisiert dem Zuhörer, dass er von Vikters Debüt nichts anderes zu erwarten habe. Wo und wann kann er nicht sagen, “zuviele Labels sind interessiert, und ich habe keine Eile. Bis das Album draußen ist, werde ich sowieso schon als Produzent sehr wohlhabend sein. Es geht also nicht ums schnelle Geld, es geht um den bestmöglichen Move. Ich möchte, dass die größtmögliche Anzahl von Menschen die Chance bekommt, meine Musik zu hören.”

For the full version of the new Philly sound saga just click “more info”

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